Zu Hause bleiben

Vergangene Woche: ein Duell zwischen Real Madrid und Athletic Bilbao. Da schnalzt der Fan normalerweise mit der Zunge. Diesmal war es ein Seufzen: Das Super-Cup-Spiel fand in Riad in Saudi-Arabien statt, was den spanischen Verband und die Vereine um 30 Millionen Euro reicher machte. Möglich, dass ein paar Scheichs zugesehen haben, in Europa war das Interesse sehr gering. Auch italienische Mannschaften spielten im Rahmen des Super Cups zuletzt häufig fern der Heimat, in China oder arabischen Ländern.

Hierzulande werden die Rufe lauter, dass DFB und DFL doch bitte dem großen Geld folgen mögen. Argument ist die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs – die Kassen seien leer.

Wenn der Meister gegen den Pokalsieger spielt, dann darf es nicht nur um Moneten gehen und das Spiel samt Chance, es von der Tribüne aus zu sehen, irgendwohin verscherbelt werden, schon gar nicht nach Saudi-Arabien. Anders gesagt: Weder den Eigentümern von Streamingdiensten noch irgendwelchen Scheichs gehört der Fußball. Er gehört den Vereinsmitgliedern, den Fans, die sich Woche für Woche für ihn aufreiben, das letzte Hemd für den Fußball geben würden. DFB und DFL sollten lieber nicht darüber nachdenken, Spiele auszulagern. Es wäre der Sache alles andere als dienlich.

»Sport frei!« vom Fananwalt.

(Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/419019.beim-fananwalt-zu-hause-bleiben.html)